„Wir brauchen experimentelle Reallabore zur nachhaltigen Transformation in den Städten und Kreisen!“

Videocast, Podcast und Textzusammenfassung vom Gespräch zwischen Birgit Neyer und Frank Wältring zur Zukunft der lokalen Wirtschaftsförderung 

„Wie schaffen wir es, im ländlichen Raum eine nachhaltige Transformation anzustoßen und auch die Wirtschaftsförderung neu zu denken?“, ist die wesentliche Frage des Gesprächs zwischen Birgit Neyer und Frank Wältring. Birgit Neyer ist Geschäftsführerin der WESt mbH, der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt. Frank Wältring ist Partner der Beratungsfirma Mesopartner. Beide glauben, dass das Thema der nachhaltigen Transformation im ländlichen Raum und in der Wirtschaftsförderung stärker verankert werden muss. 

Birgit Neyer und Frank Waeltring im Gespräch

Das Gespräch lässt sich als Videocast, Podcast und im folgenden als zusammengefasste schriftliche Quintessenz finden.

Frank Wältring (FW): Wir wissen, der Wandel beginnt in den Städten und Dörfern. Wie bekommen wir das Thema „nachhaltige Innovationsförderung“ in die traditionelle Wirtschaftsförderung hinein?

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The Doughnut approach – key aspects and questions to raise for the promotion of local economic development

Sustainable Future Cities, Towns and Communities (III)

“Cities have a unique role and opportunity to shape humanity´s chances of thriving in balance with the rest of the living planet this century.” (Doughnut Economics Action Lab)

The thinking behind the above quote by the Doughnut Economics Action Lab is challenging our understanding of local economic development in many ways. What makes a local and national economy healthy, thriving, respectful towards other communities worldwide, regenerative and redistributive? What kind of understanding of local economic development and action is needed to promote local living conditions within our planetary boundaries for the majority of citizens? How does one make the best use of the available material and knowledge resources for a decent development path?

Figure 1: The Doughnut model

Source: Raworth (2017), https://doughnuteconomics.org/tools-and-stories/111
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Der Donut: Wesentliche Aspekte und aufwerfende Fragen des Ansatzes für die Wirtschaftsförderung

“Nachhaltige Zukunftsstädte und Gemeinden“ (III)

„Städte haben in diesem Jahrhundert die Chance, die Zukunft der Menschheit zu gestalten und im Gleichgewicht mit dem Rest des lebenden Planeten zu gedeihen.“ (Doughnut Economics Action Lab, übersetzt aus dem englischen mit Deepl.com)

Der Gedanke hinter dem obigen Zitat fordert unser Verständnis von lokaler Wirtschaftsentwicklung in vielerlei Hinsicht heraus. Wie definieren wir eine gesunde, florierende lokale und nationale Wirtschaft, die lokale Chancengleichheit eröffnet, respektvoll umgeht mit den lokalen aber auch mit den internationalen menschlichen und ökologischen Ressourcen? Welches Verständnis von lokaler wirtschaftlicher Entwicklung und welches Handeln ist notwendig, um die Lebensbedingungen innerhalb unserer planetarischen Grenzen für die Mehrheit der Bürger zu verbessern? Wie lassen sich die vorhandenen Material- und Wissensressourcen für einen menschenwürdigen Entwicklungspfad am besten nutzen und freisetzen? 

Grafik 1: Das Donut-Modell

Quelle: Doughnut Economics Action Lab
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Economic Development 4.0: Experimental fields and own reflections for our work practice (Blog 2)

Sustainable Future Cities, Towns and Communities (II)

We started the first blog on the Economic Development 4.0 approach (hereafter referred to as ED 4.0) with Paul Watzlawick’s story about the man looking for his key. We highlighted the difference of this approach from traditional fields and called for a broader perspective and a new search process in the field of local and regional economic development. In this blog, we delve deeper into the areas of experimentation that the ED 4.0 approach emphasizes as well as how other economic development organizations and we at Mesopartner can broaden our perspective and rethink our practice.

Figure 1: The requirements to open up our perspective
Source: Mesopartner (below in detail)

In Germany the ED 4.0 approach is already being implemented in various cities and municipalities of different sizes (including Osnabrück, Wuppertal, Witzenhausen). Experiences from different EU countries were evaluated to define the experimental fields of the approach.

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Economic development 4.0 – Looking beyond the traditional perspective of economic development

Sustainable Future Cities, Towns and Communities (I)

There is this nice symbolic story by Paul Watzlawick, the Austrian-American psychologist and communication theorist, which goes as follows:

“A drunk man is standing under a streetlight one night, searching  frantically for something. A policeman comes along and asks him what he has lost. The man replies, „My key.“ They then both start searching. Finally, the policeman asks whether the man is sure that he lost the key where they were looking, and the latter replies, „No, not here,  back there – but it’s much too dark to look there.“

Quelle: https://www.brennemann-coaching.ch/der-verlorene-schluessel-und-deine-bewerbung/

This is somewhat reminiscent of the traditional focus of local economic development. Was the focus on businesses and promotional approaches to increase competitiveness and innovation perhaps too narrow? Were significant additional forces for change overlooked (see Figure 1)? „Picking the winners!“ (focusing on companies and clusters with growth and value creation potential) was the slogan for a long time. The sustainability issue was not much in focus, and civil society forces and their social innovation potential were hardly on the radar.  „Awakening civil society’s self-development forces and potential and putting people at the centre of economic activity and action“ is the focus of the Economic Development 4.0 approach (referred to hereafter as ED 4.0) With this approach, the Wuppertal Institute is renewing awareness of old familiar approaches bundling them in such a way that they are developing new transformational power.

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„Experimentierfelder und Ansätze für die Arbeit vor Ort“ – Integration des Ansatzes Wirtschaftsförderung 4.0

“Nachhaltige Zukunftsstädte und Gemeinden“ (II)

Wir hatten den ersten Blog zum Ansatz der Wirtschaftsförderung 4.0 -Ansatz (im folgenden WF 4.0) mit der Geschichte von Paul Watzlawick begonnen, den Unterschied zu traditionellen Wirtschaftsförderungsansätzen herausgestellt und zu einer umfassenderen Perspektive und einem neuen Suchprozess im Bereich der lokalen und regionalen Wirtschaftsförderung aufgerufen. In diesem Blog gehen wir noch einmal tiefer auf die Experimentierfelder ein, die der WF 4.0-Ansatz betont als auch die Frage, wie andere Wirtschaftsförderorganisationen als auch wir von Mesopartner unsere Perspektive ausweiten und unsere Praxis verändern können.

Thema des Blogs: Öffnung des Blickwinkels wie wir Wirtschaftsförderung interpretieren

In Deutschland wird der WF 4.0-Ansatz bereits in verschiedenen Städten und Gemeinden verschiedener Größe umgesetzt (u.a. in Osnabrück, Wuppertal, Witzenhausen). Erfahrungen aus verschiedenen EU-Ländern wurden ausgewertet, um die Experimentierfelder des Ansatzes zu definieren.

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„Über die traditionelle Perspektive der Wirtschaftsförderung hinausblicken“ – Der Ansatz der Wirtschaftsförderung 4.0

“Nachhaltige Zukunftsstädte und Gemeinden“ (I)

Es gibt diese schöne Geschichte von Paul Watzlawick:

Nachts unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: “Meinen Schlüssel.“
Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: “Nein, nicht hier, sondern dort hinten — aber dort ist es viel zu finster.” 

Quelle: https://www.brennemann-coaching.ch/der-verlorene-schluessel-und-deine-bewerbung/

Sie erinnert ein wenig an den traditionellen Fokus der lokalen Wirtschaftsförderung. War der Blickwinkel auf Unternehmen und Förderungsansätze zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft vielleicht zu eng gefasst? Hat man wesentliche zusätzliche Wandelkräfte übersehen (siehe Bild 1)? „Picking the winners“ („Fokussiere Dich auf Unternehmen und Cluster mit Wachstums- und Wertschöpfungspotenzial!“) war lange der Slogan. Die Nachhaltigkeitsfrage war wenig im Blickfeld, die Einbeziehung von zivilgesellschaftlichen Kräften und ihr soziales Innovationspotenzial kaum auf dem Radar.  „Zivilgesellschaftliche Selbstentfaltungskräfte und -Entwicklungspotenziale wecken und den Menschen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens und Handelns stellen“ ist der Fokus des Ansatzes Wirtschaftsförderung 4.0 (WF 4.0 im folgenden). Das Wuppertal Institut bringt damit an sich altbekannte Ansätze wieder neu ins Bewusstsein und bündelt sie so, dass sie neue Transformationskraft entfaltet.

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Blogserie zum Thema “Nachhaltige Zukunftsstädte und Gemeinden“

In den kommenden Wochen werden wir auf dieser smartes.land-Seite verschiedene Blog-Beiträge veröffentlichen, die internationale, nationale und lokale Initiativen zur Neugestaltung von Orten und Entwicklungstrends vorstellen. Wir nennen diese Serie „Sustainable Future Cities, Towns and Communities“.

Viele Städte und Gemeinden müssen ihren eigenen Zukunftsweg überdenken, neu definieren und neu ausrichten, um eine nachhaltigere Zukunftsentwicklung zu sichern. Nicht nachhaltige und nicht resiliente Wachstums- und Produktionsmuster, eindimensionale Innovationsausrichtungen und strukturelle Veränderungsprozesse haben zur Klimakrise als eine der größten globalen Bedrohungen für die heutigen und kommenden Generationen beigetragen. Sie bedroht Lebensgrundlagen, Ökosysteme, Wohlstand, soziale und wirtschaftliche Strukturen und Zukunftschancen.

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