Blogserie zum Thema “Nachhaltige Zukunftsstädte und Gemeinden“

In den kommenden Wochen werden wir auf dieser smartes.land-Seite verschiedene Blog-Beiträge veröffentlichen, die internationale, nationale und lokale Initiativen zur Neugestaltung von Orten und Entwicklungstrends vorstellen. Wir nennen diese Serie „Sustainable Future Cities, Towns and Communities“.

Viele Städte und Gemeinden müssen ihren eigenen Zukunftsweg überdenken, neu definieren und neu ausrichten, um eine nachhaltigere Zukunftsentwicklung zu sichern. Nicht nachhaltige und nicht resiliente Wachstums- und Produktionsmuster, eindimensionale Innovationsausrichtungen und strukturelle Veränderungsprozesse haben zur Klimakrise als eine der größten globalen Bedrohungen für die heutigen und kommenden Generationen beigetragen. Sie bedroht Lebensgrundlagen, Ökosysteme, Wohlstand, soziale und wirtschaftliche Strukturen und Zukunftschancen.

Wir unterstützen Städte und Gemeinden bei der Förderung von wirtschaftlichen und innovativen Entwicklungsinitiativen. Für eine nachhaltige Transformation müssen lokale Organisationen, Interessenvertreter und politische Repräsentanten eine Vorstellung davon bekommen, was möglich ist, wo man anfangen kann, wie man bestimmte Einstiegspunkte setzt und miteinander verbindet, schließlich auch wie man konkrete kleinere und größere Initiativen entwirft und umsetzt. Sie sollen gemeinsam zu einem dynamischeren, kreativeren sowie lebenswerteren Ort führen. Die Konzepte und konkreten Beispiele, die wir vorstellen werden, beziehen sich alle auf Orte und Räume, ländlich oder städtisch. Sie nutzen die Chance, neue Wege zu gehen.

Wir sind aus verschiedenen Gründen an dieser Reihe interessiert:

Eigene Interpretationsmuster und Handlungsansätze ausweiten

In unserer internationalen Beratungsarbeit zur lokalen Wirtschafts- und Innovationsförderung haben wir festgestellt, dass eine ökonomische Linse allein den Blickwinkel für kreative Lösungen einengt. Basierend auf den internationalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs), dem europäischen Green Deal und nationalen Förderprogrammen in der EU, ist eine Vielzahl neuer Ansätze und lokaler Experimente entstanden, die uns auffordern, unsere traditionellen Sichtweisen auf das was lebenswerte Standorte auszeichnet, zu überdenken. Mesopartner hat in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Reimagining Place“ („Unsere Orte neu (um)denken“) geplant, in der wir mit KollegInnen zu dem Thema reflektieren möchten, was aus ihrer Sicht notwendig ist, um den Blickwinkel auf Städte und Lebensorte neu auszurichten. Wir haben im letzten Jahr verschiedene Artikel darüber veröffentlicht, wie wir unsere Rolle als Beratungsfirma überdenken. Hierzu gehörten Einführungen wie man das Thema „Transformation in Städten und ländlichen Räumen“ aus dem Blickwinkel der lokalen Wirtschaftsförderung angehen kann als auch wo wir Ansätze zur Förderung von lokalen zirkulären Wirtschaftskreisläufen sehen. Ein Interview von uns mit Dirk Messner, dem Leiter des Umweltbundesamtes, gibt auch Einblicke darüber, warum eine Transformation in den Städten notwendig ist.

Diese Reihe bietet uns die Möglichkeit, tiefer in dieses Forschungsfeld einzutauchen.

„Interessante Experimente und konzeptionelle Ansätze vorstellen“

In vielen Städten, Orten und Räumen haben Menschen und Organisationen begonnen, darüber nachzudenken, wie sie leben wollen und in welche Richtung sich der Ort, an dem sie leben, entwickeln soll. In vielen Städten, Orten und Regionen, in denen wir arbeiten, treffen wir eine wachsende Zahl von Menschen, Unternehmen, Organisationen und Think Tanks, die einen nachhaltigeren Entwicklungsweg fördern wollen. Gute Beispiele verbinden soziale, wirtschaftliche und ökologische Werte und verbinden sie zur Verbesserung der Lebensqualität, nicht allein fokussiert auf das Wirtschaftsleben.  Die Präsentation dieser Experimente und Erfahrungen zeigen auf, wie man auf das Erreichen von Klimaschutzzielen hinarbeitet aber auch populistische Strömungen entgegenwirkt, verschiedene Akteure stärker einbindet und umweltfreundlicher lebt und produziert. Schlagworte wie „Nachhaltige Städte“, „Smart Cities“, „Circular Valley“, „Resilient Cities, Towns and Villages in Transition“ geben einen Einblick in die vielen Initiativen, die sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven nähern und hinter denen auch bestimmte Wertemuster und unterschiedliche Lösungsansätze stehen. Diese interessanten Erfahrungen und Ansätze sichtbarer zu machen, ist eines unserer Anliegen in dieser Reihe.

„Raum zur gemeinsamen Reflexion und Ideen zum Handeln eröffnen“

Die Blogserie und die gemeinsamen Beispiele werden gute Reflexionsmöglichkeiten bieten, wie neue territoriale Entwicklungsdynamiken gefördert werden können. Jeder Blogbeitrag wird auch konkrete Ideen liefern, wie wir die vorgestellten Beispiele in unserer eigenen Arbeit nutzen können. Durch die Anregung konkreter möglicher Schritte wollen wir Kolleginnen und Kollegen, lokale und regionale Unterstützungsorganisationen, Stakeholder und Vertreter der Politik ermutigen, selbst mit der Gestaltung und Erprobung von konkreten kleineren und größeren Initiativen zu experimentieren.

„Erfahrungen strukturieren und in systemischen Rahmen einordnen „

Ein weiterer Versuch der Blogserie ist es, Struktur in die große Zahl der laufenden Initiativen zu urbanen und ländlichen ortsbezogenen Transformationen zu bringen. Es gibt viele Initiativen, die aus sehr unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven heraus entstehen. Einige Initiativen scheinen einen hoch motivierten, aber auch isolierten Ansatz zu verfolgen. Um eine größere Wirkung zu erzielen, vermissen sie manchmal einen systemischen Fokus mit Unterstützungsbemühungen auf zivilgesellschaftlicher, unternehmerischer, organisatorischer und politischer Ebene. In den verschiedenen Blogbeiträgen werden wir den Rahmen der systemischen Wettbewerbsfähigkeit nutzen, um die genannten Beispiele zu verorten und ihre systemische Ausrichtung zu reflektieren.

„Die Interpretation von ´smartes.land´ ausweiten“

Die Serie knüpft an unser Hexagon „Smartes Land“ an, insbesondere an das Dreieck „Förderung von smarten Entwicklungspfaden, die ökonomische, soziale und ökologische Innovationen verbinden“. Unser Verständnis von smart und smartes.land war anfangs stark auf den ländlichen Raum fokussiert. Der Begriff „Land“ als deutscher Begriff kann mit „ländlicher Raum“ übersetzt werden. Aber „Land“ bedeutet auch „Region“ oder ein ganzes Bundesland. Mit unserer systemischen Herangehensweise wollen wir den ländlichen Raum mit der größeren Bundesland-Perspektive verknüpfen und die vielfältigen Bedeutungen des Begriffs `smartes.land` nutzen. Es bietet uns auch die Chance, Zusammenhänge zwischen städtischen und ländlichen Räumen besser zu erkennen und Erfahrungen in dem einen oder anderen Bereich zu nutzen.

„Mit anderen interessierten Menschen und Orten austauschen“

Für uns bietet diese Reihe auch die Chance, mit Menschen, Experten und Organisationen ins Gespräch zu kommen, die mit uns Ideen und Erfahrungen erkunden und austauschen wollen. Wir freuen uns auf diesen Lernaustausch.

Diese Serie wird von Frank Waeltring, Marcus Jenal, Ulrich Harmes-Liedtke von Mesopartner und Guido Zakrzewski als Experte für Entwicklungsdynamik in Nordrhein-Westfalen geschrieben. Wir möchten auch gerne andere Gastautoren einbeziehen, die zu dieser Reflexion beitragen möchten.

2 Antworten auf „Blogserie zum Thema “Nachhaltige Zukunftsstädte und Gemeinden““

  1. Die Blickwinkel erweitern und wechseln tut Not, wenn es um Nachhaltigkeit geht.
    Neben der Betrachtung der 3 R ( Reduce, Reuse, Recycle), wohin der Weg gehen muss, sollte immer der Bezug zu den 3 P im Auge behalten werden (Produkt, Prozess, Person)
    EQA- setzt seinen Schwerpunkt auf diese „P“s und könnte damit zur Erweiterung der Diskussion um smartes.Land beitragen.

    1. Liebe Frau Petersen, die 3 P´s sind eine wichtige Ergänzung. In dem nächsten Blogbeitrag werden wir gerade auf das Thema „Personen“ und „Prozesse“eingehen. Wir schauen auf den Blickwinkel der Personen, die in der Vergangenheit in der Wirtschaftsförderung und der Analyse der lokalen Wirtschafts- und Innovationspotenziale eingebunden wurden, hier jedoch auch vielmehr einen Blickwinkel und einen Suchprozess drauf richten müssen. Es wäre toll, wenn Sie einen kurzen Input zu den 3 P´s schreiben möchten, den wir hier gerne veröffentlichen würden. Mit besten Grüßen, Frank Wältring

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